Exi (genannt Hase <3 )

Darf ich vorstellen:

Der Hase – der größte, mutigste, stärkste und schönste der Welt!

Liebevoll von mir so genannt, weil ursprünglich unverdient und wenig wertschätzend anderslautend

getauft. Die Namensfindung in beidseitigem Einvernehmen ist und bleibt ein stetiger Prozess :).

 

Mit 12 Jahren - und vor einem Jahr und knapp 3 Monaten - hat mich völlig überraschend diese großartige und angeschlagene Seele gefunden und mein Herz im Sturm erobert.

 

Mich – die seit fast 40 Jahren talentfreie Freizeit-Pferde-Vernarrte -Irre, die das Mitsprachrecht lebt,

auf Vertrauen baut, mit den Tieren spricht und mit funktionierender Liebe nichts anfangen kann; nach etlichen Schicksalsschlägen und dem extrem schlimmen Verlust des letzten Seelenpferdes zwei Jahre

zuvor NIE wieder ein solches haben wollte...

 

Da war er nun – dieser bildschöne, abtrainierte, vernachlässigte, 176 cm-große Hannoveraner-Wallach.

Sportpferdelinie, spring- und vielseitigkeitsvermögend, Turnier-eingesetzt – im mehrmonatigen

Sleepmodus, Kummerfalten über den Augen und einem Blick zum Steinerweichen.

 

Der Plan:
(Life happens while you making plans...)

Ankommen                                                               -           Check

Generalüberholung                                                   -           Check

            Hufe sanieren,

            großes Blutbild + Nachbehandlung

            Kotprobe + Entwurmung

            Grundimmunisierung

            Zahnkorrektur

            Osteopathische Behandlung

Neuer Sattel                                                              -           Check

(Reiten                                                                      -           Prio 250...)

Bodenarbeit, Longe, Antraining

- über allem und überhaupt Vertrauensbildung         -           Ende Sleepmodus – Check...out...

 

Tadaaa – Pferd? Fellflummi! Von 0 auf 180 in ner 10tel Sekunde, mit Halsschleudern im Kreis, Bocken und Steigen. War es die ersten Wochen noch möglich, lässig mit Halfter und Strick im Gelände spazieren und

grasen zu gehen, schien jetzt die Intension, die komische Frau als Drachen im Wind hinter sich her steigen zu lassen.

Jedes Geräusch, jede Umfeldveränderung, jede Wetterlagenänderung, Ameise mit Rucksack = Durchstarten.

Longenarbeit? Tauziehen!

Kreis? Bande-Zickzack-Rennstrecke-Hallensurfen!

Handwechsel? Drohen-Stampfen-Steigansätze!

Gerte/Longe als Armverlängerung – Panik + Jagdgalopp.

Anbinder + putzen – 50/50.

Sich losreißen, aus dem Stand (oder besser dem „Sitz“) über den Zaun hüpfen und mich in der Botanik stehen lassen.

Satteln – Millimeterarbeit.

Gurtzwang schon bei Blick auf die Strupfen, trotz Lammfell-Overload und Aufpumpen zum Heißluftballon.

Berührungen Kopf, Ohren, Nüstern, Hals, Brust, Schulter, Gurtlage, bestes Stück – Nö – oder Du kannst nur einmal sterben.

Nicht berechenbar – auf wundervolle Tage folgten immer und immer wieder Tagen mit epischen Ausmaßen.

Meine Panikattacken i.V.m. zur-Salzsäule-Erstarrtheit waren dort ebenfalls nicht sonderlich hilfreich.

Ich war völlig verzweifelt, meine Pferde waren immer Familienmitglieder und sind geblieben bis der Tod uns scheidet. Nie ist etwas anderes für mich in Frage gekommen – ich war ein nervliches Wrack -  „ich werde dem Pferd nicht gerecht, er fühlt sich nicht wohl bei mir, evtl. passen wir einfach nicht zusammen“

- aber Aufgeben? - Eigentlich...keine Option...

Und hier kommt endlich unsere liebe Karin ins Spiel – wärmstens und dankenswerterweise empfohlen durch

meine liebe Mitirrre Susi Meyer.

Haaranalyse + Rat und Tat! - Wer hätte es gedacht, natürlich bewegten wir uns hier weiträumig im rechten Teil der Auswertung. Borrelien, Schimmelpilz, Übersäuerung etc. pp. und dem Anraten einer später noch folgenden Akupunktur.

Komplette Futter- und Mineralumstellung, Basenpulver, Frequenztropfen und noch so einige Wunderwaffen mehr. Die anfängliche Schwierigkeit die Tropfen ins Pferd zu bekommen, wandelte sich schnell in die Schwierigkeit die Maulspritze wieder aus dem gierigen selbigen zu operieren.

Ein monatelaaaaanger Weg, mit mikroskopisch kleinen Veränderungen.

Nachtestung: Leichte Verbesserung, weiter Basenpulver, Frequenztropfen etc..

Pöh-a-pöh vermehrten sich die positiven Änderungen – es ging voran und ich fing an Licht am Horizont zu sehen.

 

Aus vielerlei Gründen mussten wir dann den Boxen-Paddock-Stall, in dem der Hase die letzten 10 Monate mit mir verbracht hatte, wechseln und sind in einen tollen Bio-Offenstall zu 3-Wallach-Kumpels gezogen.

Mir war nicht ganz wohl dabei, schließlich befanden wir uns grade erst auf einem guten Weg und schon wieder sollte sich sein Lebensumfeld ändern. Grade erst hatten wir in der gewohnten Umgebung einigermaßen Fuß gefasst.

Tatsächlich tat er sich anfangs dort äußerst schwer: Ein unfairer Herden-Leader, der ihn Dank körperlicher Überlegenheit nicht in „seine“ Herde lassen wollte, ihm einige Blessuren schuldete – aber auch Demut

lehrte sowie die eingeschworene Gemeinschaft der verbleibenden beiden Wallache.

Aber der Hase blieb tapfer und Mutti immer an seiner Seite und so durften wir nach diesem kurzen

Rückschritt weitere Erfolge i. V. m. Karins Therapie verzeichnen.

 

Wir konnten eine weitere wunderbare ganzheitliche Osteopathin für uns gewinnen, die uns beide ebenfalls

sehr beeindruckt und zusätzlich die von Karin angeratenen Meridiane erfolgreich akupunktiert hat.

 

Alles in allem wüsste ich nicht, was ich ohne die tollen Menschen und Behandler, insbesondere Karin, getan hätte (...vermutlich doch – ich würde immer noch stocksteif in der Gegend rum stehen, Rotz und Wasser heulen, während ein brauner Blitz durch die Gegend schießt und versucht mir zu drohen...).

 

Heute kann ich sagen, dass ich sehr glücklich bin, dass der Hase in mein Leben getreten ist!

Ich möchte ihn nicht mehr missen – und werde ich auch nicht! Wir sind noch lange nicht da, wo wir sein können, Angstfreiheit ist immer noch eins meiner Ziele – aber wir sind auf dem Weg, haben Zeit – und es macht viel Spaß!

 

Wenn ich ihn ansehe, geht mir das Herz auf: Ich sehe ich ein blendend aussehendes ungerittenes Pferd, mit toller Haut, tollem Fell, klarem, interessierten und freudigen Blick, hervorragenden Zähnen.

Keine Mauke, keine Strahlfäule, keine angelaufenen Beine; keinen Schnupfen oder Husten.

Er steht unangebunden vor einem offenen Eingang, ich darf sämtliche Körperteile berühren.

In seinen selteneren drolligen 5-Minuten geht die Kiste auf der Stelle nach oben oder 2 m nach hinten – nicht mehr über die Autobahn Richtung Paris.

Gertige- und peitschige Armverlängerungen sind prima Knabberstangen und Streichelstöcke,

Gegenzug jeglicher Art ist sekundär, ebenso wie das Umfeldinteresse geringer ist als das an meiner Person.

 

Er ist und bleibt mein Mount Everest, aber wir besteigen den Gipfel gemeinsam und so lange ich keine Mail vom Dr.-Sommer-Team bekomme: Ihr Hase bittet uns den Tierschutz zu informieren, er möchte geritten werden! - höre ich weiter auf mein Herz und mein Bauchgefühl, freue mich über seine freiwilligen unzähligen einzigartigen dicke-Lippen-Knutscher + zarten kleinen Liebesbisse – und gehe mit ihm diesen Weg Schritt für Schritt durchs weitere Leben.

Er ist ein so toller starker, sensibler, lustiger Charakter – manchmal ein Pubertier, manchmal Charmeur -, der mich und alle in seinem Umfeld gnadenlos um den Huf wickelt;

der sich selbst wiedergefunden hat, durch die Entstörung und Beseitigung der innerlichen Irritationen durch Karins Kompetenz – und sich langsam traut, mir zu vertrauen – und das macht mich sehr dankbar!

 

DANKE KARIN!!!!!

 

Ende – die alte Frau und der Hase

 

In diesem Sinne:

Haltet durch, es passiert nichts ohne Grund!

Hört auf Herz, Bauch und Karin, der Weg ist das Ziel!


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