Fräulein Hilde

Mein Fräulein Hilde ist inzwischen 15 Jahre alt und kam vor einem Jahr zu mir. Als ich sie gekauft habe, war sie nicht gut genährt und hatte nur wenig Muskulatur. Ich entschied mich trotzdem für sie.

 

Wie sich rausstellte, sollte dies eine neue Herausforderung für mich werden.

Sie gewöhnte sich recht gut ein, wurde mit in die Herde integriert und wir begannen mit dem Training. Schnell stellte sich raus, dass es nicht einfach wird.

 

Sie war skeptisch Menschen gegenüber, immer erst mal auf Abwehrhaltung. An der Longe machte sie keine gute Figur, sie kannte die Grundbegriffe nicht wirklich, verweigerte das Vorwärts immer mehr oder nahm es nur mit zicken hin und wenn es ihr gar nicht passte, stieg sie. In der Halle reiten war keine große Freude, sondern glich mehr Arbeit und Schweiß für mich. Ständig verlierte sie ihre Eisen und ich war Stammgast beim Hufschmied.

 

Da Hilde mein erstes Pferd ist, stieß ich schnell an Ratlosigkeit, suchte Hilfe bei Freunden und Stallkollegen, aber nichts brachte Besserung.

 

Eigentlich im Gegenteil, es wurde immer schlimmer. Sie ließ mich so gut wie nicht mehr aufsteigen, fing an nach mir zu schnappen und parkte gerne öfters mal hier und da und blieb stehen wie ein Esel. Beim Reiten wurde sie immer fester und verweigerte immer öfter das Vorwärts. Der TA kam und renkte Sie ein, doch nach kurzer Zeit-war alles wieder beim Alten.

 

Ich stellte das Reiten ein und suchte mir anderweitig Hilfe. Erst einmal bei einer Trainerin, in der Hoffnung, dass sie mir näher bringen konnte Hilde besser zu verstehen und damit ich meinem Pferd die richtigen Anweisungen klar und deutlich geben kann. Als sie kam und sich Hilde anguckte, abtastete und sie so beobachtete riet Sie mir zu Karin. Sie sagte Hilde hat entweder ein körperliches oder ein physisches Problem, das wir erst mal lösen sollten- bevor es zu irgendeinem größeren Training kommen sollte.

Durch das Steigen und beißen von Hilde, und das Androhen von Treten bei jeglichen Anfassen im hinteren Bereich entwickelte sich bei mir leider auch Angst. Ich wusste einfach nicht mehr weiter.

 

Ich ließ durch Karin eine Haaranalyse machen, die nicht gut ausfiel. Es stellte sich raus:

 

Fräulein Hilde ist eine Großbaustelle.

 

Neben Borreliose, Übersäuerung, Darm/- und Leberproblemen kam auch noch eine Muskelverspannung im Genick, Halswirbel und in der kompletten Rückenmuskulatur hinzu.

 

Da war klar, ihre „Unarten“ kamen nicht von ungefähr, sie hatte Schmerzen.

Also starteten wir eine Offensive. Schritt für Schritt zur Besserung. Die nächsten Monate wurde nur noch Bodenarbeit und Longenarbeit durchgeführt- kein Reiten mehr. Der alte Sattel wurde verkauft. Frequenztropfen gab‘s für die Borreliose, das Futter wurde komplett umgestellt, damit Darm und Leber wieder fit und gesund werden. Eine Osteopathin kam und behandelte das Darm und Leberproblem unterstützend zu der Futterumstellung mit Akupunktur. Hilde ging es langsam besser.

Doch dann kam der Rückschlag- Verdacht auf Rehe. Hilde wollte nicht mal mehr auf dem Paddock (es war Winter). Sie wollte keinen Schritt aus Ihrer Box machen- der TA kam wieder. 2 Wochen Boxenruhe, Schmerzmittel, Hufverband und Röntgen. Das Röntgen zeigte, das es zu keiner Rotation oder Absenkung des Hufbeins kam- zum Glück.

Ich war nervlich am Ende und hatte keine Kraft mehr. Ich hatte alles getan was ich konnte, und es wurde einfach nicht gut, sondern immer schlimmer.

 

Die 2 Wochen Boxenruhe und tägliches Spritzen von mir, nahm mir jedoch meine Angst und ich baute wieder Mut auf.

 

Ich wollte stark sein- für uns beide.

 

Dann ging es Hilde langsam wieder besser- der Verdacht auf Rehe bestätigte sich nicht und wir konnten mit der Offensive weitermachen. Die Osteopathin kam nochmal zur Akupunktur und gab mir Hausaufgaben- Dehnübungen.

 

Nach vier Wochen kam Sie wieder- und war überrascht von Hildes Entwicklung. Sie konnte Hilde jetzt endlich einrenken, da die Borreliose, nach 3x neuer Frequenztropfen dank Karin von dannen war.

Hilde wurde eingerenkt und es wurde gut…

Sie ist Menschen gegenüber nicht mehr so skeptisch und ist offener und neugieriger geworden.

 

Wir sind jetzt voll im Training. Die Longen Arbeit klappt immer besser, sie versteht die Grundkommandos, reagiert auf meine Stimme und ist kein einziges mehr gestiegen.

Ein neuer Sattel ist da und das Reiten macht inzwischen wieder Spaß. Wir haben für uns die Dualaktivierung entdeckt und arbeiten auch hiermit unterstützend für die Muskulatur und für die Motivation zum Vorwärts.

 

Hilde lässt mich ohne Probleme wieder aufsteigen und arbeitet gut mit. Auch die Stangenarbeit bewältigt sie von Woche zu Woche besser. Es wird noch ein Stück Arbeit sein, aber der Weg ist das Ziel. Ich bin froh nicht aufgegeben zu haben und mithilfe von Karin die vielen kleinen Dinge bewältigt zu haben.

Fräulein Hilde stellt mich zwar immer wieder vor kleinen Herausforderungen, aber jetzt bin ich wieder bereit, diese gerne zu bewältigen. Wir haben das neue Futter beibehalten und jetzt bekommen Fräulein Hilde und ich eine von Karin zusammengestellte Bachblütenmischung, damit wir uns zusammen als Team weiter entwickeln, verändern und zusammenwachsen können.

 

Manchmal mangels Hilde noch ein wenig an Motivation und mir an deutlicher Körpersprache- aber auch hierfür hat Karin einen Tipp- Clickertraining. Und das wird jetzt angegangen…


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