Erfahrungsbericht von Pepe und Pico

Ich beginne mal mit Pico...Pico ist ein PRE wie er im Buche steht. Er kam im April 2015 zu uns und schon beim Probereiten wurde klar, einfach wird das nicht!

 

Er reagierte sehr auf Hektik, war schreckhaft und strampelte mehr auf der Stelle, als vom Fleck zu kommen. Hinterhand Aktivität hätte besser sein können und die Anlehnung war auch sehr wacklig. Wir erfuhren, dass die Vorbesitzerin ihn 5jährig aus Spanien hatte kommen lassen, jetzt war er 7 und konnte nicht viel.

 

Die Vorbesitzerin hatte wohl Angst auf ihm gehabt und da er Nasendruck nicht mag, wussten wir schon ungefähr, was in Spanien so gemacht wurde.... Er bekam im Mai 2015 eine Entzündung im Knie rechts und musste einige Monate pausieren. Im Spätherbst begann mein Mann langsam wieder mit der Dressurarbeit. Es lief nicht soooooo schlecht, aber es gab so Kleinigkeiten wie das Schreckhafte, oder seine Verspanntheit mal hier, mal da...Muskelaufbau war nur so lala usw...

 

Im Mai 2016 kam ich über Facebook und Susanne Meyer an Karin Harst. Wir hatten die Haaranalyse erst bei meinem Fuchs gemacht (Erfahrungsbericht Pepe) und drei Wochen später beschlossen wir, das auch bei Pico zu probieren, auch wenn es nicht so richtig starke Probleme gab. Karin stellte aber einiges fest. Leichte Borrelien am Nervensystem, Rücken/Muskelprobleme und verschiedene Kleinigkeiten. Wir bekamen Tropfen zum ausschwämmen der Borrelien, sollten unser Futter umstellen, auch hier gab sie uns super Vorschläge, außerdem musste eine Ostheopathin ran und der Sattel musste angepasst werden.

 

Alles würde von uns erledigt und ich war anfangs doch echt skeptisch, ob das alles wirklich was bringt. Da bei Pico nicht so viel im Argen war wie bei Pepe, merkte man erst nach etwa 6 Wochen, wie er in sich ruhiger und konstanter wurde. Die Ostheo und der Sattler mussten immer wieder kommen, da er sich doch sehr veränderte. Wir mussten die Tropfen bis Oktober 2016 geben, dann war die Nachuntersuchung und laut Karin war nun alles ok. Pico hat sich doch sehr verändert. Er ist zwar immernoch der typische Quatschkopf-Spanockel, aber er hat toll Muskeln aufgebaut, er ist viel entspannter, hat nicht mehr dieses hektische Auge und hat einen viel besseren Bezug zu meinem Mann als anfangs. Einfach in sich viel entspannter, auch wenn manchmal immernoch die Gespenster hinter der Hallenbande angreifen wollen.

 

Nun zu Pepe...

 

Pepe kam zu mir, eigentlich ungewollt, im Dezember 2015. Damals 8jährig, völlig verfettet, stand er in der Heide auf einer dicken Weide, ganz allein ohne Artgenossen, Tag und Nacht draußen mit kleinem Unterstand. Der Besitzer war über 80 und Vater meiner Freundin. Da der Besitzer aufgrund von Alter und Krankheit nicht mehr in der Lage war ihn zu versorgen, sollte meine Freundin ihn verkaufen.Sie hatte noch nie ein Pferd verkauft und wohnt 200 km entfernt. Ihr Vater könnte auch nicht mehr wirklich viel Auskunft geben, außer das er vor einiger Zeit mal geritten wurde, von einem Mann und dann mal von einem Mädchen. Er besaß aber nicht mal einen Sattel oder Trense. Also bat meine Freundin mich um Hilfe.

 

Bei uns im Stall war eine Box frei und ich dachte, gut, der steht hier 4 Wochen und dann kriegen wir den schon verkauft. Eine Woche später holten wir ihn ab und ich hatte noch nie so ein dickes Pferd gesehen. Selbst am Po und über den Augen hatte er Fettablagerungen. Bei uns angekommen, runter vom Hänger, übernahm er direkt die Führung und zog mich quer über den Hof, hin zu den anderen Pferden. Dort parkte ich ihn auf seinem Paddock. Ich glaube, er hatte noch nie Sand gesehen, denn er schmiss sich 6x hin und wälzte sich. Ich dachte gleich an Kolik und war mittelschwer begeistert, grad neu und schon krank! Aber nein, er war nur voll begeistert von Sand, nix Kolik.

 

Am nächsten Tag sollte seine Ausbildung beginnen, das meiste wollte ich alleine machen, ab und zu mit Hilfe von meiner Freundin und meinem Mann. Longieren dachte ich, wird er kennen... Aber schon beim putzen fingen die Probleme an. Er stand überhaupt nie still, drehte sich, wieherte, äppelte 5x oder mehr, nahm mich garnicht wahr.

 

In der Halle ging es weiter.....sobald er 2m von mir entfernt war, rannte er los, im Jagdgalopp. Es half kein Zupfen an der Longe, kein Ziehen und auch kein gut Zureden. Wenn ich laut wurde und "zupackte" stand er vor mir aus einer Vollbremsung und schmiss dann den Rückwärtsgang rein. Egal was ich machte, er lief im Stechschritt rückwärts, auch in andere Pferde rein, war ihm total egal. Er wirkte teilweise panisch, hatte weit aufgerissene Augen und nahm mich auch hier so gut wie nicht wahr.

 

Unsere TA kam um ihn zu impfen, das kannte er noch nicht, wurde nur einmal vorher geimpft. Sie stellte einen Doppelschlag am Herzen fest. Prima...ich holte noch eine zweite TA Meinung hierzu ein und es wurde ein Belastungstest gemacht. Es stellte sich raus, das es ihn nicht beeinträchtigt, das es aber schwer wird, ihn damit zu verkaufen, da ja jeder erstmal zurück schreckt. Die Zähne wurden gemacht, auch zum ersten Mal, aber er hat dort keine Probleme. Außerdem wurde er ordentlich entwurmt. Er kapierte nach einiger Zeit an der Longe, worum es geht. Allerdings flippte er immer wieder aus, rannte los, bockte wie verrückt und mehr als einmal musste ich loslassen... Wir organisierten einen Sattel, der gut zu verstellen war, da er ja so dick war und deutlich abnehmen musste.

 

Nach drei Wochen stieg mein Mann nach dem ablongieren auf. Schritt und Trab waren ganz ok, aber nach dem angaloppieren war für Pepe das Fass wieder voll und er bockte los. Mein Mann blieb oben und die nächsten Male liefen ähnlich ab. Mal rannte er los, mal bockte er. Für uns immer ohne ersichtlichen Grund. So konnte es nicht weiter gehen, zumal wir ihn so ja nicht verkaufen konnten. Ich surfte im Netz, unterhielt mich mit Leuten, die augenscheinlich Ahnung hatten, überprüfte seine Ausrüstung, machte Bodenarbeit, Dominanztraining usw... Ich erfuhr noch aus seinem alten Leben, das er wohl ein Trauma hat. Er überlebte einen Großbrand einer Maschinenhalle, direkt an seiner Weide im Mai 2015. Dort explodierten große Maschinen und er stand allein auf der Weide. Kurze Zeit später zog ein Minitornado hinter seiner Weide durch und knickte sämtliche Bäume um. Mir wurde einiges klar...

 

Es wurde am Boden schon deutlich besser, aber wenn er seine 5 min bekam, war alles beim Alten. Aus versicherungstechnischen Gründen hatte ich Pepe komplett übernommen, meine Freundin hatte auch keine Zeit sich noch um ihn zu kümmern und so war er meins geworden. Ich war nicht so wirklich glücklich damit, wollte ich doch ein Familienpferd, wo auch meine 7jährige Tochter mit drauf kann, so um die 1,50m, mit dem ich ruhig ins Gelände kann und ein bischen Dressur reiten kann, rein freizeitmäßig. Und nun hatte ich Pepe, 1,60m, nicht wirklich reitbar, schon garnicht für meine Tochter, eingetragenes Springpferd und vom ruhigen Geländepferd....nun ja, da war er so ganz weit entfernt. Das Drama zog sich bis März 2016 so hin, mal rastete er mehr aus, mal weniger. Am Boden wurde er deutlich besser, aber Gerte und Peitsche machten ihm Angst! Beim Freispringen rannte er mehr, als er sprang, alles sehr hektisch. Allerdings freundete er sich sehr gut mit unserem Spanier Pico an, das war schon mal schön. Im April brachte ich ihn zu einer Freundin, sie reitet international bis S Dressur und ich dachte, sie könnte ihn hinbiegen... Ich fuhr 1-2x die Woche zu ihm, aber nach 3 Wochen meinte sie, das er sie trotz Schlaufzügeln fast abgebockt hätte und sie ihn nicht mehr ohne reiten würde. Tja, das war nicht so meins und ich bin in den Stall, holte ihn aus der Box um ihn zu putzen und er blickte mich an, als wollte er sagen, nimm mich mit nach Hause..

 

Irgendwas ist da zwischen uns passiert, was ich bis heute nicht beschreiben kann. Er hatte sich wohl langsam in mein Herz geschlichen und ich beschloss für ihn zu kämpfen. Ich wusste nur noch nicht wie. Also holten wir ihn wieder nach Hause, das Drama ging in die zweite Runde und ich wusste nicht, was richtig ist. Da meldete sich ein Mädchen auf meine Verkaufsanzeige, die noch im Netz stand. Sie ritt ihn Probe, nur im Schritt, da sie ihn nicht angetrabt bekam. Sie wollte auch nur mit ihm ins Gelände und war schwer verliebt in ihn. Aber ich konnte ihn ihr nicht verkaufen, das wäre wohl nicht gut gegangen.

 

Und ich wollte auch nicht mehr verkaufen. Im Netz bei Facebook war ich auf Susanne Meyer und ihr Buch "Mailo, Tagebuch eines traumatisierten Pferdes" gestoßen und es gab viele Parallelen zwischen uns und den Pferden. Über sie geriet ich dann an Karin Harst und war echt skeptisch. Aber ehrlich gesagt kostet mich jeder TA-Besuch mehr als eine Haaranalyse, also was hatte ich zu verlieren? Nix!

 

Also Kontakt aufgenommen, nach den Anweisungen schnippelte ich Pepe Fell ab, sammelte alles an Futter und schickte es zu Karin.

 

Schon zwei Tage später hatte ich meine Ergebnisse per Messenger vorliegen. Pepe hatte Borrelien am Nervensystem und das nicht zu knapp. Er sollte von Ostheopathin und Sattler überprüft werden, dort waren kleine Auffälligkeiten. Er war übersäuert und sollte Basenpulver bekommen. Mineralfutter musste umgestellt werden, er sollte Leinkuchenpellets kriegen.

 

Außerdem nochmal entwurmen. Das alles wurde befolgt, Karin schickte Tropfen zum ausleiten der Borrelien. Sie stellte im Futter einen Schimmelpilz fest, Pepe hustete auch hin und wieder mal am Anfang der Arbeit, aber nur ein oder zweimal. Einen alten Impfschaden gab es auch noch. Karin sagte von vornherein, das es 3-4 Monate dauern würde, bis alles durch ist. Nun gut, ich war immernoch skeptisch, da ich mich vorher noch nie mit sowas befasst habe.

 

Aber ich hatte nix zu verlieren und täglich ein paar Spritzen mit den Tropfen ins Maul, war nicht schwer. Futter wurde auch umgestellt. Nach 2 Wochen bemerkte ich erste Veränderungen, kleine, aber doch merkliche. Aber die könnten ja auch so gekommen sein, wer weiß, ob das wegen der Behandlung ist...?! Nach 6 Wochen war ich überzeugt. Pepe veränderte sich völlig. Er wurde viel entspannter, auch unterm Sattel. Mein Mann war inzwischen sogar mit ihm im Gelände unterwegs und ich hatte mich in der Halle auch schon mal drauf gewagt. Zwar nur im Schritt und Trab und mit ordentlich Pudding in den Beinen, aber es ging. Von Woche zu Woche merkte ich Verbesserungen. Das Husten verschwand, er war inzwischen auch rund 150 kg leichter, ein neuer Sattel wurde angeschafft, da der alte nun nicht mehr anpassbar war. Unsere Ostheo war begeistert von seinem gleichmäßigen Muskelaufbau und Pepe und Pico waren inzwischen dicke Freunde geworden, hier ist Pepe sogar der Chef!

 

Er reagiert nur noch ganz selten mit Unruhe und Zittern in sehr ungewohnten Situationen, aber er vertraut mir so, dass er sich dann auch von mir beruhigen lässt! Wir galoppieren nun auch unterm Sattel und am Boden macht er tolle Zirzensik. Er läuft mir überall hinterher, wie ein Hund und möchte immer kuscheln und ganz viel Aufmerksamkeit. Meine Tochter kann ihn im Schritt allein reiten, das war undenkbar. Sie läuft mit ihm spazieren und er würde sie nie umlaufen! Seit Oktober 2016 sind wir mit den Tropfen durch, die empfohlenen Zusatzfutter geben wir weiter. Regelmäßig bekomme ich Tipps von Karin, sie steht mir immer mit einem Rat zur Seite. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wo wir heute wären ohne Karin. Oder wo Pepe wäre...denn ohne diese Hilfe hätte ich ihn wohl irgendwann verkauft aus Verzweiflung und er wäre Wanderpokal geworden oder so...wer weiß?! Wir sind inzwischen ein sehr glückliches Team geworden und ich kann nur jedem empfehlen, sein Pferd mal so checken zu lassen. Ich habe einiges dazu gelernt, auch für mich!!!

 

Pepe und Pico heute

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