Toxic

Toxic, eigentlich Taffys Dual Stardust, ist ein im März 2011 geborener Quarter-Wallach, der im Januar 2015 mit 3 ¾ Jahren zu uns kam. Und damit begann unsere ganz eigene Geschichte mit Pferd und ein heftiger Weg, den wir u. a. ohne Karin´s Hilfe definitiv nicht bis heute geschafft hätten. Nachdem ich während des Schreibens unserer „Vor“geschichte (da könnte man fast ein Buch füllen) bemerkt habe, dass das ein, trotz Kurzfassung, zu langer Bericht wird, komme ich ohne Umschweife gleich zum Punkt.

 

Als Toxic knapp ein Jahr bei uns war, wussten wir absolut nicht mehr weiter. Chiropraktiker, Osteopathen und div. Tierärzte waren regelmäßig am Pferd, ohne dauerhaft eine Besserung der div. Symptome zu erzielen. Er hatte mehrere Verletzungen durch Rangeleien im Offenstall, die ihm zwei Mal Standzeiten von ca. 8 Wochen einbrachten.

 

Er war fast ständig lahm auf mindestens einem Bein, mal vorne mal hinten. Sättel haben wir in einem Jahr 4 verschlissen. Sein Fell war stumpf und lang, Muskulatur ging trotz „Aufbau/Arbeit“ nicht an das Pferd. Toxic entwickelte sich zudem zu einem sehr charakterstarken Pferd, das nicht viel „Mensch“ mag und der Umgang mit ihm ist somit nicht immer einfach, da er deutlich zu verstehen gab und auch heute noch gibt, wenn ihm was nicht passt, er jemanden nicht mag oder es ihm nicht gut geht. Als letzte Rettung sah ich damals den Tipp unserer Trainerin, mich an eine THP (und zwar Karin Harst) zu wenden. Eine Kundin hätte dies auch erst vor Kurzem gemacht und Erstaunliches herausgefunden.

 

Also habe ich in meiner Verzweiflung einen Termin ausgemacht, Haare abgeschnippelt, Futterproben etc. eingetütet und auf das Ergebnis gewartet. Das kam prompt und offenbarte einige Großbaustellen: Übersäuerung, Borrelien, Impfschäden, Belastung durch Toxine, Parasiten (heftig), Streptokokken und die Hormone durch die Kastration, die kurz bevor er zu uns kam durchgeführt wurde, waren auch noch in Aufruhr und noch Einiges mehr. Somit erklärten sich so langsam einige der gesundheitlichen Probleme des Pferdes.

 

Karin hat sich sehr, sehr viel Zeit genommen mir alles zu erklären und mir auch sehr gute Ratschläge über die vorgeschlagene Therapie hinaus gegeben. Bei allen Fragen ist sie nach wie vor immer noch ein sehr geduldiger Ansprechpartner, der einen immer wieder aufbaut, bevor man komplett verzweifelt. Wir haben das Futter und Mineralfutter entsprechend umgestellt, Gladiator Plus und Zellmillieu eingesetzt (GP bekommt er auch heute noch + Basenpulver mittlerweile) und die vorgeschlagenen für ihn passenden Frequenztropfen gegeben. Natürlich gab es noch einen Tierarzt anbei, da nicht nur einmal entwurmt werden musste und ein Blutbild habe ich auch noch erstellen lassen.

 

Bis sich erste, bemerkbare Verbesserungen eingestellt haben, hat es einige Zeit gedauert, was aber auch ganz normal ist. Der Darm, der so viel steuert, musste saniert werden, was nicht so einfach ist und schon mal bis zu einem Jahr dauern kann. Rückschläge müssen wir da bis heute immer wieder hinnehmen, da jede notwendige Wurmkur bzw. Sedation (z.B. w/Zahnarzt) oder Impfung wieder einen kleinen Rückfall bedeutet. Auch wenn wir da mit Globuli etc. arbeiten um Schlimmeres zu verhindern. Den Hormonhaushalt zu regulieren, die Borrelien zu bekämpfen und die Impfschäden auszuleiten geht auch nicht von heute auf morgen.  Aber schon bei der bei der zweiten Haaranalyse ca. 3 Monate später waren deutlich Veränderungen und teilweise Verbesserungen zu erkennen. Toxic wurde zunehmend stabiler und er machte zunehmend einen besseren Gesamteindruck und der Umgang mit ihm wurde wesentlich besser. Nach der dritten Haaranalyse Ende Mai 2016 war es dann überdeutlich zu sehen, dass wir auf dem richtigen Weg waren, es waren viel weniger „Kreuzchen“ auf dem Auswertungsbogen und diese dann auch noch überwiegend in der ersten Spalte.

 

Hier an dieser Stelle kommt nochmals ein riesengroßes Dankeschön an dich, Karin. Alles was du für Toxic tun konntest hat gegriffen und hilft ihm nach wie vor auf seinem Weg. Wir werden weiterhin regelmäßig Haaranalysen bei dir in Auftrag geben. Sicher ist sicher.

 

Kurz zu uns: Unsere damals 14jährige Tochter wünschte sich nach 7 Jahren Reitunterricht ein Pferd und wir haben uns, nach vergeblicher Suche nach einer Reit- und Pflegebeteiligung an einem Westernpferd, dazu entschlossen, diesen zu erfüllen. Ein Platz im Offenstall an der Reitschule und aktive Hilfe rund ums Pferd mit Reitlehrerin/Bereiterin waren für uns „Unerfahrene“ gesichert. Auch ich habe mich nicht nur an´s Pferd, sondern auch darauf gewagt, um unsere Tochter aktiv unterstützen zu können.

Es kam natürlich Vieles wie es kommen musste und wir haben, trotz Hilfe, viel falsch gemacht und viel Lehrgeld bezahlt. Schon allein die Tatsache, dass Toxic das erste Pferd war, das wir auf unserer Suche anschauten, und daraufhin kein Anderes bei meiner Tochter auch nur eine Chance hatte, wäre eine eigene Geschichte. Trotzdem würde ich es immer wieder tun, denn was dieses Pferd an unserer Tochter Gutes bewirkt hat, wiegt den Rest wieder reichlich auf.

 

Toxic, Name ist leider auch oftmals Programm, kam als relativ frisch gelegter Wallach und angeritten zu uns. Er mochte und mag bis heute nicht viele Menschen um sich rum. Sein „Mensch“ ist nach wie vor unsere Tochter. Ansonsten dürfen noch ich und die Trainerin komplett an ihn ran, ohne dass er „skeptisch“ wird.

 

Der erste Eindruck der Leute vom Fach um uns rum war, dass das ein netter, wahrscheinlich rangniederiger Geselle ist. Geplant war eine 3 monatige Grundausbildung und nach An- und Eingewöhnung eine Integration in die Herde. Die Grundausbildung lief gut an, allerdings benötigten wir gleich zu Anfang schon einen Chiropraktiker, da er offensichtlich Probleme im Hals hatte, die ersten 4 Halswirbel wurden unter Sedation wieder geradegerückt. Die Eingewöhnung endete leider mit der ersten, größeren Verletzung (über dem Auge wurde getackert und die Schulter musste genäht werden) und einer Standzeit von gut 6 Wochen. Wir haben uns entschlossen, ihn mit einer älteren Stute gemeinsam auf einen Paddock neben der übrigen Herde zu stellen. Mit den Stuten kam er gut zurecht, nur mit den Wallachen in der Gruppe klappte es ganz und gar nicht, zumal er sehr „hengstig“ wurde. Die Grundausbildung ging nach der Verletzung weiter, dabei kam es aber immer wieder zu den ersten „komischen“ Lahmheiten, wechselnd auf allen Beinen. 


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