Vadin und Fineley

Tierkommunikation? Wie funktioniert das denn? Was soll ich davon halten?  


Vadin unser Welsh D ist ein absoluter Schatz. Meine Tochter Laura hat ihn mit 10 Jahren bekommen, es gab nie großartige Probleme mit ihm. Wie es so bei den Reitersleuten nun mal ist wechselt man den Stall aus wichtigen Gründen. Wir lernten Chris und Teddy kennen an einem wunderschöner Stall, neu erbaut, am Wald gelegen, große offene Halle, tolle Boxen mit Auslauf. Hört sich gut an …. sah auch gut aus, bis dato hatten wir keine Tierquälerei erlebt. Es war grausam, reden nutzte nichts, mir wurde gesagt das es wohl besser sei wenn wir uns einen anderen Stall suchen würden. Das taten wir schnellstens, auf dem Bild oben sehen wir links Vadin und rechts Fineley im neuen Stall.


LAG Stall, Ort der Pferde, neues Prinzip, Gruppenhaltung, wunderschöne Anlage, es gibt keine Boxenhaltung, immer in Bewegung. Eine Liegehalle mit Gummimatten und einen Außenbereich mit Sand, Kraftfutterstation und Heuraufen. Prima …… wenn es funktioniert. Eine Zeit lang tat es das. Vadin war Herdenchef, sehr sozial, ganz brav. Pepper kam neu hinzu, ein älteres Pferd was nur reine Boxenhaltung kannte. Meiner Meinung nach verstand er die Pferdesprache nicht. Eines Tages jagte Vadin ihn durch´s Gehege, wir waren dabei. Er hörte nicht auf ihn zu jagen, wir kannten ihn so nicht. Er wollte ihn wohl zurechtweisen. Doch leider trat Pepper aus, er traf Vadin aus vollem Galopp mit Eisen an der Brust.

Vadin stand, zitterte ……….. das Drama nahm seinen Lauf.

 

Physiotherapeutisch ließen wir ihn behandeln, immer wieder. Leider keine Besserung in Sicht. Ein Tierarzt verabreichte ihm Schmerzmittel, seine Diagnose lautete Muskelfaserriß was bis zu einem Jahr dauern kann bis es wieder völlig ausgeheilt sei.

 

Wir ließen einen Chiropraktor von weit her kommen …. Leider auch keine Besserung eingetreten. Reiten war unmöglich, er hatte Schmerzen. Ein neues Herdenmitglied kam in die Gruppe. Ein sehr dominanter Isländer, der leider Gottes tritt und biss. Er hat sich den ersten Platz erkämpft. Vadin war nicht mehr Herdenchef. Der Kampf war heftig, wie ich von Einstallern erfuhr. Vadins Verhalten veränderte sich. Er stand abseits, traute sich nicht ans Futter, lag nicht mehr (nie mehr). Körperlich und psychisch nicht mehr unser Vadin. Er kam nachts in einen separaten Bereich, damit er mal wieder zur Ruhe kommen konnte.

 

Ich war sehr unglücklich, redete mit dem Stallbetreiber, der mir dann versprach, einen separaten Bereich zu bauen. Vier Bereiche wurden gebaut für jeweils zwei Pferde mit Auslauf.

Die Bilder oben zeigen den neuen Bereich, im Hintergrund die Gruppenhaltung.

 

Wir mussten einige Monate warten doch dann war es endlich soweit. Keine Verletzungen mehr, beide lagen zusammen im Sand. Wenn man denkt dass alles überstanden ist und es nicht mehr schlimmer kommen kann, dann denkt man leider falsch.


Eines Tages ging es Vadin sehr, sehr schlecht. Er konnte sich kaum bewegen, nach nur leichter Anstrengung (an der Longe) zitterte er am ganzen Körper. Er ließ sich kaum noch anfassen, wieder das volle Programm. Immer wieder Physio, Massage, Tierarzt …. Wir waren mit unserem Latein am Ende.

 

Der Tierarzt bezeichnete ihn als Steiftier. Es nutzte alles nichts, ich hatte einfach kein Vertrauen an diesem Stall. Es gab Überwachungskameras, doch nie haben sie etwas gesehen oder mitbekommen. Es wäre so viel einfacher für die Diagnose gewesen, wenn wir gewusst hätten, was passiert ist.


Stallwechsel, Paddockboxen, Einstreu (es war Winter) prima, Vadin legte sich hin, wälzte sich in Späne, fraß Heu, alles gut. Aber wie wird er Gesund, sein Zustand blieb unverändert. Der Stall erwies sich als Fehlentscheidung , Hunde pinkelten ins herumliegende Heu, die Lage war extrem säuerlich, der Stall maßlos überfüllt, ein ehemaliger Putenstall, was erklärte, woher der plötzlich starke Husten kam.


Wir hatten Glück, ich erhielt vor Weihnachten einen Anruf von einem Stallbetreiber das zwei Paddockboxen frei werden. Ein toller Stall, wir stehen immer noch dort.


Anfang des Jahres erzählte Chris mir von Karin, sie hat des Öfteren von ihr erzählt, es kam jedoch nicht bei mir an. Gut, was habe ich schon zu verlieren, bekommt sie eben Haare und Futterproben. Ein Gespräch gab es auch.

Karin machte Frequenztropfen fertig, ich bestellte Basenpulver und besorgte Globulis. Nach einer Woche schon konnten wir eine Besserung feststellen.Wahnsinn, es ging ihm langsam besser, man konnte von Woche zu Woche eine deutliche Veränderung bemerken.


Aus dem Gespräch erfuhr ich dann auch endlich was passiert ist. Er hatte einen Sturz, eine Nervenwurzelentzündung.

 

Ich habe viel über TK gelesen, es macht mich sehr neugierig, ich würde es auch so gerne erlernen. Mal sehen ………

 

Ich komme zu Fineley , gemeinsam haben die beiden die Stallwechsel mitgemacht. Fineleys Geschichte beginnt an dem wunderschönen Westernstall.

 

Eine schlechte Trainerin, eine von der alten Schule hat ihn ausgebunden longiert. Er war ihr wohl zu wild, sie zog an der Longe und brachte ihn zum Sturz, sie zog noch nach. Wurde uns von Einstallern berichtet.


Den erneuten Stallwechsel haben wir hinter uns, jetzt erst einmal einen Tierarzt kommen lassen da sein Bewegungsablauf seit dem Sturz eingeschränkt war. Diagnose … Verdacht auf Ataxie. Er bekam drei Infusionen, es schlug an, zum Glück. Den Tierarzt sahen wir dann so fast wöchentlich, da Fineley erst fünf war, gerne zu jedem Pferd hinging und spielte. Ihr könnt euch vorstellen wie die anderen Pferde sich verhalten haben die nicht spielen wollten. Decken brachte ich ebenfalls wöchentlich zum Nähen und Waschen. Er hat so viel Medikamente und Sedierungen in dieser Zeit bekommen, der reinste Alptraum. Im Zweierbereich konnten alle seine Macken und Wunden erst einmal abheilen.


Der Stallwechsel zu den ehemaligen Putenställen war nicht gut für Fineleys Lunge. Unser Arzt verordnete ihm Medikamente. Diese halfen nur wenig. Es sollte eine Bronchoskopie gemacht werden ……..


Es kam der erneute Stallwechsel, der Husten wurde weniger. Gut, erst einmal keine Bronchoskopie.


Karin kam zum Zuge. Erst einmal entgiften, Frequenztropfen und Gladiator. Der SBH sah nicht gut aus.

 

Heute muss ich sagen, wir haben ein völlig anderes Pferd. Er ist so lieb, so zufrieden, ein absoluter Schatz.


Liebe Karin ich habe es dir schon bereits gesagt, ich bin so froh das es dich gibt und das ich dich kennenlernen durfte. Meine Pferde gehören zur Familien und wenn sie krank sind dann bin auch ich krank. Ich bin so glücklich dass es den beiden wieder so richtig gut geht.


Martina


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