Wie man die Angst bekämpfen kann

Ich besitze meine kleine Traberstute nun bereits seit 2005 und ich hatte nie Angst, hab aber auch nie genau darüber nachgedacht was ich tue und was ich meinem Pferd abverlange.

 

Ganz vieles habe ich als selbstverständlich hingenommen und es wurde gemacht was ich wollte. Irgendwann hatten wir dann eine recht schlechte Phase und da entwickelte sich bei mir eine Angst die ich nicht erklären konnte. Geritten bin ich so gut wie gar nicht, wenn dann nur Unterricht und auch da war ich vor Angst kaum arbeitsfähig weil ich immer verspannt war. Auch der Umgang mit meiner Chica machte mir keinen Spaß mehr und so nutzte ich den Winter als Ausrede nicht so oft raus zu fahren.


Und dann hörte ich das erste Mal von Karin. Ich muss zugeben, ich war äußerst skeptisch was das Thema Tierkommunikation angeht. Irgendwann meldete ich mich dann trotz leichter Skepsis bei ihr und bat sie mit Chica zu sprechen.


Dann kam endlich das ersehnte Telefonat (Karin war sehr schnell aber ich bin ein ganz klein wenig ungeduldig daher konnte es für mich nicht schnell genug gehenJ ) Sie erzählte mir von ihrem Gespräch und beschrieb mir die Chica gleich so wie ich sie kenne. Ab dem Punkt war ich überzeugt. Der für mich schlimmste und beste, weil alles verändernde, Satz war: „ Chica wünscht sich das du keine Angst mehr vor ihr hast.“. Oha, da liefen mir doch glatt ein Paar Tränchen, so hatte sie den Nagel auf den Kopf getroffen. Karin gab mir ein paar Tipps und Bachblüten mit auf den Weg.


Dann hatte ich das Glück schnellstmöglich einen Termin bei der Pferdeakkupunkteurin Pat zu bekommen und sie schaute sich mein Pferd an. Ui, da waren doch einige Baustellen die behoben werden mussten. Dies geht jedoch nicht mit einer Behandlung, also sollte Pat nach 2 Monaten wieder kommen.

Ein sehr großer Glücksgriff für mich ist, das ich eine Reitlehrerin habe, die sich ganz viel Zeit mit mir gelassen hat um meine Angst in den Griff zu bekommen. Sie hat mir geholfen auch erstmal am Boden ein besseres Verhältnis zur Chica zu bekommen, so dass Schritt für Schritt mein Vertrauen in mein Pferd wuchs.


Wir begannen zu Clickern und auf Wunsch meines Pferdes baute ich auch immer wieder jede Menge Quatschkram ein und bot ihr viel Abwechslung. Freispringen, Toben, Spielekram und Longieren wechselten sich jetzt ab. Ich lernte auf mein Pferd zu hören und die Dinge nicht mehr einzufordern sondern darum zu bitten und….. es funktionierte.

 

Dank meiner RL konnte ich mein Pferd gut, pferdefreundlich und sinnvoll longieren, so dass die Muskeln so schnell wachsen das man zusehen kann. Auch Karins Tipp mehr zu loben und mir bildlich vorzustellen was ich machen möchte haben mir sehr geholfen. Seit Wochen laufe ich nur noch mit einer rosaroten Brille durch den Stall und mein Pferd freut sich sichtlich mich zu sehen und weicht mir nicht mehr von der Seite.


Tja und nun haben wir den Angstknoten gemeinsam zum Platzen bekommen und ich kann wieder reiten. Dank meiner RL auch diesmal richtig und pferdefreundlich. Der Sattel wurde nochmal aufs Pferd angepasst und nun ist sie so locker und entspannt wie nie zuvor.

Heute war Pat da und hat festgestellt, dass es Chica viel besser geht und unsere Beziehung augenscheinlich besser ist als noch vor 2 Monaten. Ihre Empfehlung war so weiter zu machen wie jetzt.


Wir haben uns in Riesenschritten entwickelt und ich hoffe wir machen das so weiter.

Eins muss man jedoch klar sagen, wir wären noch längst nicht soweit wenn wir nicht Karin, eine tolle RL, Pat und eine super Stallgemeinschaft die mich immer unterstützt hat gehabt hätten. Dieses Zusammenspiel hat uns große Fortschritte ermöglicht.

 

Allerdings sollte man bedenken, dass es nicht damit getan ist mit dem Pferd reden zu lassen und es durchzuchecken von einer tollen Akkupunkteurin und eine tolle RL zu haben die auf einen eingeht. Nein, man muss auch in der Lage sein und den Willen haben sich selbst zu verändern und sich selbst immer wieder zu hinterfragen. Ich habe gelernt wie sehr mein Pferd mich spiegelt und versucht meine Erwartungen zu erfüllen und nun haben wir beide viel Spaß miteinander weil nichts mehr klappen muss aber alles klappen kann.


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