Kimba

Ich sah Kimba und wusste sofort,

 

DAS ist mein Pferd.

 

Kimba ging es zu diesem Zeitpunkt gesundheitlich gar nicht gut und obwohl mir viele Menschen davon abrieten, dieses kranke Pony zu übernehmen, habe ich mich nicht abhalten lassen. Und zu keinem Zeitpunkt bereut, mich für sie entschieden zu haben.

 

Ich musste in unseren gemeinsamen Jahren gut auf sie Acht geben, habe weder Kosten noch Umstände gescheut, um ihr eine Haltung zu ermöglichen, die ihr und ihren Problemen entgegen kommt. Sie war ein sehr vertrauensvolles und jederzeit unternehmungsfreudiges Pony, mit dem ich tolle Jahre erlebt habe.

 

Von jetzt auf gleich wurde sie wieder krank und trotz aller Bemühungen konnte ich nach Wochen keine Verbesserung erkennen. Während unserer ganzen gemeinsamen Zeit hatte ich Kimba immer wieder versprochen, gut auf sie aufzupassen, für sie auch in schlechten Zeiten zu sorgen – solange sie ohne ständige Schmerzen leben kann.

 

Ich hatte mir das Versprechen abgenommen, ihr keine unnötige Qual zuzufügen, sondern sie gehen zu lassen, wenn ich das Gefühl habe, dass es nicht mehr geht. Und dann kam das Gefühl, dass es nicht mehr geht, dass ich mein Versprechen einlösen muss, bevor es für sie zur Qual wird.

Einige Monate nach diesem schweren Abschied lief mir auf der Suche nach einem neuen Pferd Linda über den Weg – sie entsprach eigentlich in Einigem nicht dem, was ich bei meiner Suche vor Augen hatte und sah Kimba zudem äußerlich in mancher Hinsicht ähnlich, trug einen ähnlich klingenden Namen.Und dennoch war da wieder irgendwas, was mich innehalten und ein gutes Gefühl haben ließ.

 

Linda zog ein und schon nach Kurzem hatte ich das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Bisher war ich eigentlich nie auf größere Probleme mit Pferden gestoßen. Entweder habe ich sofort gemerkt, dass es nicht so richtig passt von der Wellenlänge oder ich habe die Beziehungen als recht harmonisch empfunden.



Linda

Bisher war ich eigentlich nie auf größere Probleme mit Pferdengestoßen.Entweder habe ich sofort gemerkt, dass es nicht so richtig passt von der Wellenlänge oder ich habe die Beziehungen als recht harmonisch empfunden.

 

Bei Linda war irgendetwas anders – ich mochte sie gerne, meinte auch, offen für sie zu sein, aber ich scheiterte an alltäglichen Situationen.

 

Linda schien mich mit einem Pflug zu verwechseln, den sie wochenlang ohne für mich ersichtlichen Grund hinter sich her zog . Kurz darauf kam sie zwar vorsichtig, aber doch erwartungsvoll wieder zu mir gelaufen.

 

Mein Selbstvertrauen sank, ich empfand Linda als wenig aufmerksame und ein wenig büffelige Stute, die gerne auch mal nach mir hapste.

 

Ich konnte mir nicht erklären, warum wir keinen Schritt voran kamen und ich trotzdem das Gefühl hatte, dass sie immer wieder den Kontakt zu mir sucht und sich Mühe gibt. Es widersprach in Vielem dem, was ich in diesem Moment sah. Nach über einem Jahr war ich an dem Punkt, dass ich mich fragte, ob wir wirklich zusammen passen, ob ich ihr gerecht werden kann und ob ich das möchte.



Tierkommunikation war etwas, was ich amüsiert belächelt habe.

 

Ich bin eher ein Mensch, der an das glaubt, was er sehen und anfassen, was er sich vor allem logisch erklären kann.

 

Kurz gesagt war es etwas, was ich für mich kategorisch ausgeschlossen und woran ich keinen Gedanken verschwendet habe.

 

Bis ich innerhalb weniger Tage mehrfach auf dieses Thema gestoßen bin und sich plötzlich ein anderes Bauchgefühl rührte. Was hatte ich zu verlieren? Ich habe also mutig Kontakt zu Karin aufgenommen.

 

Ich achtete darauf, möglichst nüchtern meine Fragen zu stellen, keine Informationen zu liefern, aus denen sie etwas herleiten konnte. Zum einen wollte ich sicherstellen, Karin mit meinen Erzählungen nicht in irgendeine bestimmte Richtung zu schicken (für mich war das alles Neuland und Karin eine für mich völlig unbekannte Frau aus dem Netz…), zum anderen wollte ich nach dem Gespräch natürlich auch ein Gefühl dafür bekommen, ob ihr Bericht auf das Pferd passt, das ich täglich vor mir sehe.


Schneller als erwartet hat sich Karin bei mir gemeldet und sich viel Zeit genommen. Das Ergebnis ihres Gesprächs hat mich ehrlich gesagt in vielen Punkten sehr erstaunt.

 

Konnte ich in meiner Interpretation so sehr danebengelegen haben? Ich gebe offen zu, ich war weiterhin ein wenig skeptisch. Nicht, dass irgendwas nicht passte, ganz im Gegenteil, an vielen Punkten dachte ich, woher weiß sie das denn jetzt? Aber ich glaube doch eigentlich nicht an solche Dinge wie Tierkommunikation...

 

Ich habe Lindas Reaktionen zwar nicht wirklich verstanden, aber dass sie eigentlich gar kein Selbstbewusstsein hat und sich deswegen so zeigte, wie sie es tat, war das Letzte, woran ich gedacht hätte.

 

Ich entschied noch einmal nach dem Prinzip, was habe ich zu verlieren, als ich beschloss, einfach mal so zu tun, als läge Karin und nicht ich richtig.

 

Auf Empfehlung von Karin habe ich Patrizia Harneit zu uns eingeladen, um die zahlreichen körperlichen Baustellen anzugehen, die auch mir seit Beginn an aufgefallen waren. Und nach nur wenigen Momenten malte Pat mir das gleiche Bild von meinem Pferd, wie es auch Karin getan hat! Mit anderen Worten, ja, aber der Inhalt blieb der gleiche.

 

Ich glaube, das war der Punkt, an dem ich aufhörte, an einen Zufall zu glauben.

Karin hat uns mehrere Bachblütenmischungen genannt und ich hatte und habe bis heute das Gefühl, mit Linda nun auf dem richtigen Weg zu sein. Wir machen deutliche Fortschritte, ich habe das Gefühl, sie nun zu verstehen, es klappt einfach viel besser zwischen uns.


Ich bin mit Karin zunächst in losem Kontakt geblieben und habe ihr hin und wieder berichtet, wie es uns geht.

 

Eine Frage beschäftigte mich aber immer drängender. Es war inzwischen 2 ½ Jahre her, dass ich Abschied von Kimba genommen hatte, aber es war mir immer noch nicht möglich, an sie zu denken, ohne eine unendliche Traurigkeit und auch nagende Zweifel zu verspüren, ob ich wirklich richtig gehandelt hatte.

 

Die Erinnerung an Kimba ließ mich nicht los und ich fühlte mich nicht gut. Also nahm ich allen Mut zusammen und habe Karin gefragt, ob es ihr möglich ist, auch mit Kimba Kontakt aufzunehmen, um diese Ungewissheit für mich zu klären. Nachdem ich ihr erklärt habe, wie ich mich fühle und warum es mir wichtig ist, möglicherweise auch unangenehme Antworten zu erhalten, war sie bereit, dieses Gespräch für mich zu führen.Es war nicht einfach für mich und es haben sich auch einige meiner Befürchtungen bestätigt. Und dennoch war es richtig und wichtig für mich.Ob ich dadurch einen anderen Zugang zu Linda bekommen habe, weiß ich nicht.

 

Ich weiß aber, dass ich mich nun freier und weniger traurig fühle. Und ich bin mir sicher, dass das auf jeden Fall von Linda wahrgenommen wird.

 

Ich habe dich als unheimlich netten, ehrlichen und aufrichtigen Menschen kennengelernt, Karin. Ich möchte dir danken, dass du mir einen ganz neuen und spannenden Weg eröffnet hast, der sich gut anfühlt. Es ist toll, dass du immer wieder daran interessiert bist, wie es uns ergeht und uns auf unserem Weg begleitest!




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