Sunny-Boy und ich – Wie wir unseren Weg fanden

Im September 2009 kaufte ich Hals über Kopf meinen damals 6,5 jährigen Pinto-Wallach Sunny. Ich wurde eher überrumpelt und überredet und war eigentlich von Anfang an etwas überfordert. Aber gut, nun war es so und nun musste ich das Beste draus machen.

 

Nach einem langen und harten Winter, welcher kaum Zeit und Möglichkeit zum Reiten, Trainieren oder Ähnlichem bot, kam das Frühjahr 2010 und dann begannen die Probleme. Immer Öfter gab es Situationen, sowohl beim Reiten, als auch am Boden, wo ich einfach nur noch Angst vor ihm hatte.

Mit gut gemeinten Ratschlägen versuchten die Stallkollegen und die damalige Reitbeteiligung von Sunny mir zu helfen. Jedoch auf eine Art und Weise mit der ich kaum klar kam. Ich entfernte mich immer weiter von Sunny.

 

Dann erfuhr ich von Karin und Ihrer Fähigkeit mit Tieren zu sprechen. Ich gebe ehrlich zu, ich war mehr als skeptisch und nicht wirklich überzeugt. Aber ich wollt es wissen.

Das erste Gespräch verlief für mich nicht so erfreulich. Denn Fazit war eigentlich, dass ICH der Schlüssel zu allem Übel war. Ich konnte ihm nicht die nötige Sicherheit geben und war praktisch nicht fähig mit ihm umzugehen. Aber ich erfuhr auch einiges aus seiner Vergangenheit, was vieles erklärte, mich aber vor noch größere Probleme stellte. Wie sollte ich das wieder gut machen können? In mir drin schlummerte mittlerweile eine so tiefe Angst vor ihm und Unsicherheit, dass ich drauf und dran war ihn zu verkaufen.

 

Karin verordnete uns beiden dann Bachblüten. Für Sunny zur Vergangenheitsbewältigung und „Beruhigung“ und für mich zum Angstbesiegen.

Die ersten Tage waren für mich der Horror, denn ich stürzte erst mal in ein großes Loch. Ich hatte das Gefühl die ganze Welt um mich herum ist gegen mich. Doch nach wenigen Tagen ging´s dann bergauf. Ich wurde gelassener, hörte besser zu bei den gut gemeinten Ratschlägen und entwickelte Selbstbewusstsein. Und dann änderte sich auch grundlegend was an meiner Einstellung zu Sunny. Ich wollte nicht aufgeben und ihn hergeben schon gar nicht. Ich fing an stärker in mich und in ihn reinzuhorchen und dann stand der Entschluss fest. Wir würden den Stall wechseln. Und wenn ich so im Nachhinein darüber nachdenke, dann hat ER damals im ersten Gespräch schon versucht Karin zu vermitteln, dass das der einzige Ausweg ist.

 

Nach unserem Umzug am 09.10.2010, meinem neuen Selbstvertrauen und Sunny´s neugewonnener Relaxtheit starteten wir neu durch. Ein neuer, endlich passender Sattel wurde besorgt, konsequente und richtige Arbeit am Boden standen an.

 

Kurz nach unserem Stallwechsel, kontaktierte ich Karin ein zweites Mal. Ich wollte wissen, ob wir nun angekommen sind und ob unser neuer Weg der richtige ist. Und Bingo...Karin bestätigte mir bzw. uns eine Gradwanderung. Das Verhältnis zwischen mir und Sunny ist um Längen besser geworden und wir waren auf einem guten Weg.

Was er jedoch noch nicht wollte, war geritten werden. Dazu fehlte ihm noch das Vertrauen zu mir. Einige kleine Baustellen von der körperlichen Seite wurden von ihr gefunden, welche beseitigt werden müssten. Im Großen und Ganzen waren wir nun auf UNSEREM Weg angekommen.

 

Die körperlichen Baustellen wurden dann im Januar 2011 das erste Mal durch Pat begutachtet. Pat ist Akupunkteurin und hat einen unglaublichen Spürsinn für Tiere. Nach ihrer Behandlung war Sunny wie ausgewechselt. Nun klemmte und zwickte nichts mehr und er wirkte viel ausgeglichener und schien sich auch endlich so richtig auf seine Umwelt einlassen zu können. Im März steht eine zweite Behandlung an und ich bin gespannt, was dabei herauskommt.

 

Und als nun alle Baustellen beseitigt waren, keimte in mir drin immer stärker der Wunsch auf wieder auf seinen Rücken klettern zu wollen. Doch ohne SEIN Einverständnis wollte ich das nicht riskieren, ich wollte nichts kaputt machen.

 

Also kontaktierte ich Karin ein 3. Mal. Und es gab grünes Licht. Sie bestärkte mich nochmal darin, dass ich auf mein Bauchgefühl hören sollte und Sunny mir zeigen wird wann der richtige Moment/Tag zum aufsitzen gekommen ist. Prinzipiell ist er bereit dazu, wartet sogar regelrecht drauf, doch ICH war mal wieder der springende Punkt. So ganz weg war meine Angst noch nicht.

 

Doch keine 2 Wochen später saß ich dann wieder im Sattel. Es war einfach der Tag gekommen. Ich spürte es und Sunny zeigte es mir auch. Ich schwang mich also wieder auf seinen Rücken. Zwar noch mit Hilfe und „Halt“ vom Boden aus, aber ich konnte ohne Angst und Horrorszenarien im Kopf dort oben sitzen und jede Bewegung genießen. Es war so richtig zu warten und auf die innere Stimme zu hören und nicht irgendwas vom Zaun brechen zu wollen.

 

Ich bin Karin zu großem Dank verpflichtet. Sie hat Sunny und mir die Tür für unseren gemeinsamen Weg geöffnet. Sie hat erreicht, dass ich nun mit ganz anderen Augen auf mein Pferd blicke und ganz anders mit ihm umgehe. Ich kann ihn nun viel besser zu verstehen und mich in ihn hinein zu versetzen. Und sie hat mir den Weg zu meinem eigenen Selbstvertrauen geebnet. Ich werde nun regelmäßig mit Karin Kontakt aufnehmen, denn was Besseres als eine Stimme zum Pferd kann einem als Reiter und Pferdebesitzer nicht passieren.

 

DANKE liebe Karin, ohne dich wären wir mit Sicherheit nicht da wo wir heute sind!!!


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