Meine geliebte Franze habe ich am 04.12.2008 über die Regenbogenbrücke geschickt.

 

Franziska wurde die letzten fünf Jahre ihres Lebens (am 19.02.2009 wäre sie 12 Jahre alt geworden) vorwiegend homöopathisch von Ina Burger behandelt.

 

Durch die hervorragende homöopathische Behandlung ging es Franze mit ihren vielen Wehwehchen sehr gut. Sie hatte mit blutigen Durchfällen, mit Arthrose in der linken Pfote zu kämpfen. Die letzte Zeit wurde sie lahm, konnte keine Treppen mehr steigen, nur mit Einstiegshilfe ins Auto gelangen, ihr Radius wurde halt immer kleiner; sie schlief immer mehr. Irgendwie geht alles schleichend, weil man sich an alles gewöhnt, die Runden der Spaziergänge werden kleiner. Dann mussten wir regelmäßig zum Krallen schneiden und Analbeutel ausdrücken.

 

Franze mochte dieses nie, doch merkwürdigerweise zum Ende ihres Lebens hin wurde sie selbst beim Tierarzt immer ruhiger. Das schönste für meine Franze war das Mitfahren in meinem Polo. Bis zum letzten Tag habe ich es irgendwie geschafft ihr diese Fahrten zu ermöglichen. Der Einstieg war selbst mit Einstiegshilfe sehr schwer und Franze war mit 37 kg auch kein Leichtgewicht, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und was Franze wollte hat sie auch geschafft. Deshalb war sie auch bis zum letzen Tag ihres Lebens hoch motiviert. Sie war in unserer Straße und auf dem Hundeplatz die Chefin aller Hunde. Selbst als sie nicht mehr gut laufen konnte bzw. ganz schwer aus dem Liegen hoch kam, zeigte sie allen anderen Hunden wer die Chefin ist, aber auf eine nette Art.

 

Da Franze in letzter Zeit immer schlechter laufen konnte bzw. nicht mehr richtig aufstehen konnte und jeden Tag jede Menge Mittel einnehmen musste damit sie sich überhaupt noch bewegen konnte, fragte ich mich oft, ob das Leben für sie noch lebenswert ist oder ihr schon alles zuviel ist. Ich hatte schon einiges über Tierkommunikation gehört bzw. gelesen und wusste ich muss etwas tun, um zu hören wie es Franze wirklich geht. Dann lernte ich bei der Tierhomöopathin Ina zwei nette Damen von der Hildesheimer Katzennothilfe kennen. Im Gespräch erzählte mir eine von den Damen dass sie eine Tierkommunikatorin kontaktiert hat, um einer Katze zu helfen. Es war wie eine Fügung. Ich habe mir sofort die Adresse geben lassen und so habe ich Karin kennen gelernt und war fasziniert von dem Ergebnis des 1. Gespräches mit Franze.

 

Es stellte sich heraus, dass es Franze nicht störte Ina´s Tropfen einzunehmen und es ginge ihr doch eigentlich gut. Was das überhaupt soll, diese Fragerei. Ich war erleichtert zu wissen dass sie sich noch wohl fühlt. Als ihre Beschwerden schlimmer wurden bekam sie dann noch Schmerzmittel zu den anderen Tropfen dazu.

 

Mit Karin hatte sich mittlerweile ein netter Kontakt ergeben und sie hat zwischendurch immer mal wieder mit Franze geredet. So wusste ich immer wie Franze sich fühlte. Das war mir eine große Hilfe. So wusste ich von Karin das Franze keine Schmerzen hatte, dass sie ganz viel Wärme brauchte, dass sie nicht mehr so gerne mit ins Büro mit kommen wollte, weil es dort so glatt ist (Franze war auch immer mit in meinem Büro im Dienst). Daraufhin habe ich ein großes Hundebett ins Büro gestellt und zwei Matten in den Flur gelegt, so dass Franze wieder gerne mit ins Büro kam und die letzten Wochen ihres Lebens dann sehr gerne bei mir am Schreibtisch gelegen hat. Ich wollte halt jede Minute die es möglich war mit meiner Franze zusammen sein, da ich wusste unsere gemeinsame Zeit ist bald vorbei. Franze hatte Karin gegenüber auch den Wunsch geäußert mehr mit mir alleine zu machen, z.B. Ballspielen, auf die Wiese gehen Mäuse suchen, kuscheln (wir haben noch zwei weitere Hunde und auch die wollten betreut werden, so musste Herrchen mehr mit den beiden machen). Ich kümmerte mich intensiv um Franze.

 

Bei einem Gespräch zwischen Karin und Franze stellte sich heraus, dass Franze meinte sie muss bis zu ihrem Geburtstag am 19. Februar 2009 bei mir bleiben. Ich habe mal zu Franze gesagt, bis zu deinem Geburtstag im nächsten Jahr schaffen wir es noch, ohne mir dabei etwas zu denken. Karin bat mich nun, Franze zu sagen, dass sie jederzeit gehen darf, wenn sie nicht mehr leben möchte und dass sie nicht bis zu ihrem Geburtstag durchhalten muss, wie mit mir abgesprochen. Mir war überhaupt nicht klar das Franze sich verpflichtet fühlte, sich an unsere „Abmachung“ zu halten. Das habe ich auch nicht gewollt, ich habe Franze dann gesagt das sie nicht bis zum Geburtstag durchhalten muss und sie jederzeit gehen kann, wenn es ihr schlechter geht. Mein Wunsch ist nur, dass es ihr gut geht.

 

Karin sagte dann dass Franze sehr erleichtert war nicht bis zum Februar 2009 durchhalten zu müssen, es fiel ihr ja schon alles sehr schwer.

 

Am 03. Dezember mittags ging es Franze immer schlechter, sie konnte alleine gar nicht mehr aufstehen und weinte beim Anfassen. Da wusste ich, es ist soweit. Ich habe den restlichen Tag und die ganze Nacht mit Franze auf dem Boden verbracht (Franze im Hundebett und ich daneben auf einer Matratze). Ich habe eine Kerze angezündet und habe intensiv von Franze Abschied genommen. Mit viel Weinen, aber auch sehr schönen Erinnerungen. Wir brauchten beide diese intensive Nähe zum Tschüß sagen. Am Abend habe ich noch mal mit Karin gesprochen, sie sagte ich soll mit Franze eine Abmachung treffen. Wenn sie nicht mehr leben möchte, soll sie am nächsten morgen nicht mehr aufstehen und mir somit ein Zeichen geben.

Nach einer durchwachten und durchweinten Nacht schleppte sich Franze noch einmal zu ihrem Futternapf, konnte aber nicht mehr Stehen und kippte immer wieder um. Das Fressen aber schmeckte ihr. Ich habe sie dann rausgetragen zum Pipi machen, aber sie wollte nicht mehr. Ab diesem Zeitpunkt lag sie nur drinnen und stand nicht mehr auf. Eigentlich wollten wir Franze erst gegen Abend einschläfern lassen, aber es war irgendwie alles gesagt, alles getan.

 

Die Zeit war gekommen. Wir beschlossen deshalb, Franze in meinem Polo zum Tierarzt zu fahren und sie in meinem Polo einschläfern zu lassen. Ich habe sie noch einmal gefüttert, weil sie Fressen liebte. So gegen 09.00 Uhr kam mein Lebensgefährte nach Hause; ich sagte zu Franze „wollen wir Polo fahren?“; Franze sammelte noch einmal alle ihre Kräfte, ich half ihr auf die Beine und sie lief alleine zum Auto und freute sich wie verrückt. Ich habe es kaum ertragen, sie so freudig zu sehen, wusste ich doch es ist ihre letzte Fahrt. Mein Lebensgefährte hob sie in den Polo und wir fuhren zur Tierärztin.


Die Fahrt dauert so ca. 20 Minuten. Franze hatte wie immer ihren Ball im Fang, ich machte Musik an und habe mit Franze „gesungen“. (Wir hatten uns die letzten Monate angewöhnt, wenn wir Polo fuhren, laute Musik anzumachen, ich habe angefangen zu singen und Franze aufgefordert auch zu „singen“, sie hat sich angewöhnt durch laute Töne mitzumachen.

Ich brauchte dann nur zu sagen „Franze sing“ und dann sangen wir im Duett.) Auf dieser letzten Fahrt viel mir das Singen aber sehr schwer, ich habe wohl mehr geweint als gesungen, aber Franze hat wie in alten Zeiten gesungen, andere Hunde auf der Straße angebellt, spielte mit ihrem Ball und war sehr fröhlich. Bei der Tierärztin angekommen lag sie friedlich im Kofferraum und spielte noch mit ihrem Ball. Als die Tierärztin zum Auto kam, ließ sie den Ball fallen und wurde ganz ruhig. Wir haben uns noch mal von Franze verabschiedet, dann bekam sie die Spritze zum Einschlafen. So blieben noch mal 10 Minuten mit ihr, bevor sie die richtige Spritze bekam und den Weg über die Regenbogenbrücke ging. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass Franze mit allem einverstanden war und es der richtige Zeitpunkt war, den Weg über die Regenbogenbrücke zu gehen.

 

Am Abend rief Karin an und sie bestätigte mir, dass Franze es genauso empfunden hat; der richtige Zeitpunkt, der Abschied, es war alles o. k. Karin hat mir den Abschied von Franze wesentlich erleichtert, weiß ich doch durch sie, dass Franze jetzt wieder toben und laufen kann, sie ist mit drei weiteren Hunden zusammen, ihre „Gang“ wie Karin schmunzelnd erzählte, denn Franze ist auch dort die „Chefin“. Zwischendurch kommt sie mich manchmal besuchen.

 

Ich bin einerseits sehr traurig ohne Franze zu sein, sie nicht mehr streicheln zu können ihr Bellen nicht mehr zu hören, die Sehnsucht nach ihr ist manchmal kaum auszuhalten, aber das Wissen dass es ihr gut geht, macht mich glücklich. Mein größter Wunsch war und ist, dass es meiner Franze gut geht, weil ich sie liebe.

 

Von ganzen Herzen möchte ich mich bei Karin bedanken. Durch sie hatte ich die Möglichkeit mich Franze mitzuteilen bzw. Franze sich mir. Ich habe durch Karin gelernt meinem Hund nicht einfach etwas zu erzählen, weil ich immer dachte er versteht mich ja doch nicht. Ich wurde durch Karin eines Besseren belehrt. Ich bin froh durch Karins Hilfe die letzen Monate mit Franze so verbracht zu haben, wie Franze es sich wünschte. Dadurch konnte ich Franze leichter loslassen. Denn mit dem Wissen alles für jemanden den man liebt, getan zu haben, kann man gut weiterleben. Jedenfalls ist es für mich so.

 

Wie schreibt Karin so schön „ Lieben ist loslassen“ und so ist es wirklich.

 

Ich danke dem Universum für die gemeinsame Zeit mit Franze.




E-Mail