Ronja und Lara ...

Meinen ersten Kontakt zu Karin hatte ich im November 2009.

Eine unserer Golden Retriever Mädchen -Ronja- musste Ende Oktober eingeschläfert werden und ich hatte einige Fragen an Ihre Schwester Lara.

 

Von Karin gehört hatte ich über meine Tierhomöopathin und über meine Tierphysiotherapeutin, die uns die letzten Wochen mit unserer "Dicken" begleitet haben. (Sie war gar nicht dick, hatte aber schon immer etwas fraulichere Formen als Ihre Schwester und war somit liebevoll zu meiner Dicken geworden)

 

Eigentlicher Auslöser zur Kontaktaufnahme zu Karin war die Frage, ob Lara, welche noch nicht einen Tag ihres Lebens ohne Ihre Schwester war, einen neuen Hund in unserer Mitte haben wollte oder ob sie alleiniger Hund bleiben wolle.

Mir fielen jedoch noch einige Fragen ein, die ich Lara stellen wollte und diese stellte ich Karin auch noch.

 

Kurze Zeit später bekam ich eine Anruf von Karin und ich war überwältigt - einerseits von meinen Gefühlen, ich konnte kaum sprechen vor lauter Tränen, andererseits von der Genauigkeit und Klarheit, mit der Karin unsere Hunde -beide- wiedergab.

 

Lara ist eine starke und selbstbewusste Hündin.

Sie weiß vom Tod Ihrer Schwester, schiebt es jedoch noch weg, trauert noch nicht.

Sie vermisst Ronja, weiß jedoch von Ihren Schmerzen und es ist schöner für Ronja von Ihnen erlöst zu sein!

Sie möchte gerne die alleinige Aufmerksamkeit und genießt die Ruhe.

Ein Welpe bringt Unruhe. Also ein ganz klares NEIN zu einem neuen Hund...

Außerdem ist Ronja niemals zu ersetzen, sie will sie nicht vergessen, will nichts beschönigen, sie ist Ihre Schwester!

Lara hat außerdem keine Probleme damit alleine zu sein (...ich bin doch kein Baby mehr...)

Erst nach mehrmaliger Aufforderung fand sie es in Ordnung, sich von Karin checken zu lassen, sie war eher ein bisschen zickig! So kenne ich sie ;)

 

Sie weigert sich noch etwas, den Verlust wahrzunehmen, hat an mich aber eine Mitteilung: "Gib mir Zeit!"

Karin sagte mir auch noch, dass Ronja es gut hat, sie hat keine Angst, sie ist jung und bei einem älteren, grossen, schlanken Herren mit weißen Haaren, der in einem Schaukelstuhl sitzt und noch zwei andere Hunde bei sich hat (- mein Opa ??? ...er mochte immer gerne Hunde...)

 

Dies alles war sehr neu und wie gesagt auch überwältigend für mich, die Worte die Karin wählte waren so, wie ich sie nicht besser hätte wählen können - es passte so gut zu unseren Hunden!!

 

Anfang 2010 fragte ich noch einmal nach, ob Lara nicht doch gerne einen neuen Hund in unserer Mitte hätte (eigentlich war die Antwort klar, aber ich wollte sie gerne noch einmal bestätigt haben und auch der Ronja sagen, dass sie mein Engel ist, ich sie ganz doll lieb habe und ich sie nie vergessen werde!!!)

Karins Antwort kam prompt:

 

Sie empfing Lara als einen sehr fröhlichen Hund, der gut mit dem Einzelhunde-Dasein klarkommt. Auf die Anfrage reagierte sie klar: NEIN, sie möchte keinen neuen Hund! Sie genießt die alleinige Aufmerksamkeit und ist sehr glücklich.

 

Karin hat Ronja die Mitteilung ausgerichtet, sie freut sich sehr darüber, aber sie weiß, dass sie mein Engel ist.

Sie findet es schön, dass es Lara so gut geht, sie sieht uns oft bei unseren Spaziergängen zu und begleitet uns auch manchmal...

Sie fühlt sich sehr gut - ach meine Dicke, ich hab Dich lieb!!!

 

Die Antwort von Lara war nicht überraschend. Nun hatte ich nochmal die Bestätigung, dass sie hier alleine bleiben möchte. Sie wurde mehr denn je Prinzessin in unserem Haus

Gute 2 Jahre hatte ich keinen Kontakt zu Karin, bis zum März 2012.

 

Bei Lara wurde von unserer Tierärztin ein schlecht differenzierbarer Mastzelltumor diagnostiziert. Ich habe mir den Befund von einer anderen Tierklinik bestätigen lassen und mich nach einigen Diskussionen in der Familie und auch mit den Tierärzten ganz klar gegen eine Operation oder Chemotherapie oder was uns sonst noch alles so angeboten wurde entschieden. Lara war immerhin fast 14 Jahre alt !!!

 

Für mich war es wichtig, ihre verbleibende Zeit bei uns möglichst schön und ohne Aufenthalte bei Ärzten oder in Kliniken zu gestalten.

Ich bin mit ihr regelmäßig zur Tierhomöopathin Frau Burger gefahren (und natürlich auch zum Tierarzt wenn nötig), aber geschnippelt werden sollte an ihr nicht mehr!!!

 

Ich habe Karin gefragt, ob ich Lara einen speziellen Wunsch erfüllen kann, ob ich in unserem Zusammenleben etwas für sie verbessern kann. Ich wollte, dass es ihr so gut wie möglich geht!

 

Karins Worte waren wie immer berührend!

 

Lara wusste, dass Karin Kontakt zu ihr aufnehmen würde.

Sie sagte mir, ich brauche keine Angst zu haben, Lara vertraut mir, es wäre richtig, wie ich mich entscheide, es wäre richtig, was ich mache.

Noch ist sie nicht bereit zu gehen, aber sie weiß auch, dass sie nicht mehr allzu lange bei uns bleiben wird. Ihre Kräfte schwinden langsam. Aber das ist nicht schlimm. Das ist überhaupt gar nicht schlimm! Denn es war immer schön bei uns!

Ich bräuchte nicht traurig sein.

Karin sagte es so fröhlich und gelassen - und ich war so traurig und hatte Angst, den richtigen Zeitpunkt zu verpassen um Lara gehen zu lassen.


Karin machte mir großen Mut, mich auf meine Sinne zu verlassen, wir würden den richtigen Zeitpunkt finden, da war sie sich ganz sicher - und Lara war es auch!

Wir vereinbarten mit Lara, dass sie mir ein Zeichen geben soll.

Am Schluss des Gespräches sagte Karin, dass Lara MIR noch etwas mit auf den Weg geben wolle. Ich soll nicht immer so angespannt sein, ich soll mir mehr Zeit für die schönen und wichtigen Dinge nehmen, nicht immer nur an zu erledigende Aufgaben oder meine Selbständigkeit denken, bzw. mich selbst nicht so unter Druck zu setzen, sondern ich solle lernen mehr zu entspannen und mir mehr zu vertrauen!!!

Das saß!

Lara hatte aber recht!

 

Unterstützend bot Karin mir eine Bachblütenauswertung an, die ich gerne annahm.

 

Ich war immer noch unsicher und fragte auch in den darauffolgenden Tagen noch einmal nach - Karin bestärkte mich wieder darin, dass ich mich auf mich und Lara verlassen solle. Lara hätte noch etwas Zeit, solange die Temperaturen nicht zu warm werden wird Lara noch bei uns bleiben, dann sehen wir weiter... Sie ist ein klarer und schlauer Hund und wir werden gemeinsam den richtigen Weg gehen! Sie vertraut mir und wir schaffen das!

 

Die folgenden Wochen waren durchwachsen. Lara hatte schöne und freudige Tage, aber auch schlechtere Tage unter Schmerzen und mit Unwohlsein.

Ich fuhr so oft es ging an von ihr geliebte Plätze und wir verbrachten schöne und freudige Momente zusammen.

Jede Woche besuchten wir Frau Burger. Lara hasste es zum Tierarzt zu fahren, aber mit der Zeit fand sie es bei Frau Burger gar nicht mehr so schlimm, es gab auf jeden Fall immer tolle Leckerlies bei ihr und danach eine kurze Runde im Wald.

Laras Gesundheits-Zustand schwankte - und mit ihm die Frage wann die Entscheidung zur Erlösung getroffen werden sollte...

 

Sie hatte ein / zwei Tage, an denen es ihr sehr schlecht ging. Einmal habe ich entschieden, wenn es ihr am nächsten Morgen nicht besser geht, rufe ich die Tierärztin an. Am nächsten Morgen saß ich ab 5 wach, habe halb 6 ihr Futter vorbereitet - und wer kam zwar langsam, aber hocherfreut in die Küche? Na klar, diejenige, die eigentlich immer Hunger hat... Mir fiel ein Stein vom Herzen - sie blieb noch ...

 

Den Mai über ging es Lara ganz gut, sie war zwar schnell schlapp und der Tumor wuchs (wenn man über Wochen zurückblickte), aber im Großen und Ganzen hatte sie sich nochmal den Umständen entsprechend aufgerafft.

 

Ende Mai merkte ich dann aber deutlich, dass die Kräfte immer mehr schwanden.

Lara wollte ein, zwei Tage immer weniger essen, einen Tag aß sie nur etwas Zwieback aus der Hand und damit war dann die Entscheidung klar : ich rief unsere Tierärztin an und bat sie, am nächsten Tag zu uns zu kommen und Lara einzuschläfern.

Ich wollte gerne, dass die zu Hause einschläft und diesen Wunsch erfüllte mir die Tierärztin zum Glück auch.

Ich sollte mir ein Schlafmittel holen und Lara dann bevor sie kommt schon schlafen legen, dann ist noch weniger Stress dabei.

Gesagt, getan.

Lara's letzten morgen verbrachte ich mit ihr alleine.

Ich fuhr mit ihr an die Elbe. Sie strahlte und ging so schnell sie konnte mit mir über die Wiese und nochmal ins Wasser. Viel mehr schaffte sie nicht, und so gingen wir langsam zum Auto zurück und fuhren nach Hause.

Ich versuchte Lara die in Leberwurst versteckten Schlaftabletten zu geben. Das Problem war, dass sie nichts essen mochte. Aber sie ihr mit Nachdruck in den Hals schieben konnte ich wiederum nicht. Also versuchte ich ihr zu erklären, dass es wichtig ist, dass sie dies nun isst. Sie schaute mich an - und sie verstand anscheinend, denn sie nahm die Tabletten aus meiner Hand und schlief kurz darauf neben mir ein.

 

So warteten wir Seite an Seite liegend (leider viel zu lange) auf die Tierärztin, die ihr, während ich ihr das Fell nass weinte, die letzte Spritze gab.

Erst dann rief ich meinen Bruder an, der Lara mit mir gemeinsam neben ihrer Schwester begrub.

Anfang Juni schrieb Karin mir, dass die beiden Schwestern mächtig am Spielen auf einer großen Wiese sind, sie sind beide etwa 1 1/2 Jahre alt.

In dem Bild sieht sie ein Bauernhaus und ein "alter" Mann ist bei ihnen...



 

Ich hab Euch lieb!!!

 

Danke, Karin!!!




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